In den polnischen Wäldern haben Archäologen etwas entdeckt, das eher in Filme über geheimnisvolle Zivilisationen zu passen scheint. Im Chłapowski-Landschaftspark fanden sie große, dreieckige Hügelgräber, die von Einheimischen „Pyramiden“ genannt werden.
Es sind keine Pyramiden wie in Ägypten, aber ihre Form ist so ungewöhnlich, dass sie Fragen aufwirft. Die Hügel sind bis zu 200 Meter lang, ihre vordere Seite ist breiter, fast vier Meter hoch und nach Osten ausgerichtet. Dann verjüngen sie sich allmählich zu einer Spitze, als hätte jemand ein riesiges Dreieck in die Landschaft „gezeichnet“.
Archäologen der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen stellten fest, dass die Anlagen etwa 5.500 Jahre alt sind und in die späte Steinzeit gehören. Sie werden mit der Trichterbecherkultur in Verbindung gebracht, die dafür bekannt ist, einige der ersten dauerhaften Siedlungen in Polen und Deutschland gegründet zu haben.
Und obwohl diese Kultur als relativ egalitär gilt, scheint es auch hier Menschen gegeben zu haben, die eine höhere Stellung innehatten.
„In den Gräbern wurden Menschen bestattet, die für die Gemeinschaft wichtig waren – ein Anführer, ein Priester oder ein Schamane“,
sagt Artur Golis vom Verband der Landschaftsparks der Woiwodschaft Großpolen.
Nach den Erkenntnissen gibt es in jedem Hügel nur ein Grab. Der Verstorbene wurde auf dem Rücken bestattet, die Füße zeigen nach Osten. Die Grabkammer ist von Steinen umgeben und enthält persönliche Gegenstände – etwa Steinäxte, Keramik oder bronzene Schmuckstücke.
Bemerkenswert ist auch, dass die Hügel heute stark beschädigt sind. Ursprünglich standen an ihren östlichen Enden große Findlinge, einige wogen mehrere Tonnen. Heute sind viele davon verschoben oder komplett verschwunden.
„Die Menschen haben seit Jahrtausenden Steine gebraucht und sie daher abgetragen. Deshalb ist das Denkmal stark zerstört“
, erklärt Golis.
In der Region Großpolen ist es erst der zweite Fund dieser Art – der erste wurde 2019 dokumentiert. Das bedeutet, dass ähnliche Anlagen noch immer unter der Oberfläche verborgen sein könnten und darauf warten, entdeckt zu werden.
Ähnliche megalithische Hügelgrabanlagen gibt es auch im benachbarten Deutschland, vor allem in der Region der sächsischen und brandenburgischen Tiefebene, wo in der Vergangenheit Funde von Gräbern und megalithischen Strukturen gemacht wurden, die der Trichterbecherkultur zugeschrieben werden.
Archäologen ordnen diese Gräber den megalithischen Hügelgräbern des kujawischen Typs zu.
Die Fundstelle ist derzeit für die Öffentlichkeit gesperrt. Der Zugang wird erst nach Abschluss der Ausgrabungen und Konservierungsarbeiten wieder erlaubt.

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